Regina Dünser
Dipl.-Pflegewirtin (FH)
A-6840 Götzis
rd@videt-lebensbuecher.de

Biografiearbeit

Biografiearbeit - ist die aktive Wiederbelebung der Vergangenheit, das Ausschöpfen Ihres Wissens, Ihrer Erfahrung - oder einfach nur das Festhalten Ihrer ganz persönlichen Geschichte und Geschichten.

Mit Biografiearbeit wird es möglich, das subjektive Gefühl des „ernst genommen“ Werdens zu verknüpfen mit dem Dialog zwischen den Generationen. Biografiearbeit  ist keine Therapie, aber Biografiearbeit schafft Wohlbefinden. Wohlbefinden im Sinne von "Wellness" für die Seele! Jedes Leben ist in seiner Einzigartigkeit unverwechselbar und individuell. Die Beschäftigung mit Lebensgeschichten von (älteren) Menschen, deren Familien stellt ein unverzichtbarer Bestandteil des Verstehens dar. Es liegt in der Natur der Sache, dass (ältere) Menschen auf einen langen Erfahrungsschatz zurückblicken.

Erinnerungsarbeit setzt voraus, dass die Motivation sich zu erinnern in Ihnen bereit liegt.

Gerontopsychiatrische Erkrankungen wie Demenz oder Depression sind deshalb erwähnenswert, weil sie aus nicht zugelassener Trauerarbeit wie Verdrängung und Verlust resultieren können.

Bedenken Sie aber, dass bei schweren Beeinträchtigungen durch die oben genannten Erkrankungen es angebracht ist, die fachbezogenen Spezialisten hinzuzuziehen.

 

Die Weisheit des  älter Werdens

Altersweisheit zeigt sich in einem selbstreflexiven Verhalten, das durch die Tatsache, „öffentlich“ dazu Stellung zu nehmen, charakterisiert wird. Altersweisheit bringt durch die Distanz zum Vergangenen die Möglichkeit, dies mit dem gegenwärtigem zu verbinden und zu reflektieren. Altersweisheit umfasst die Fähigkeit, die Perspektive zu wechseln: „Was habe ich damals erlebt und wie ist das Erlebte aus heutiger Sicht zu betrachten?“

 

Die Produktivität des Alters

Die Produktivität des Alters meint nicht, an alten Gewohnheiten festzuhalten und zu glauben, dass diese immer noch gültig sind. Gewohnheiten müssen hinterfragt werden, denn nur dann besteht die Möglichkeit, neue Wege zu gehen. Prdouktiv sein heißt auch, sich die eigene Geschichte zu bewahren. Einerseits durch das Erzählen und andererseits durch das in gemeinsamer Arbeit mit mir enstehende Lebensbuch. Produktivität bedeutet hier, den eigenen Weg in Gedanken zurück zu gehen, um diesen Heute zu erzählen. Dann entsteht ein wunderbares Lebensbuch und oder eine wertvolle Familienchronik- für Sie (und Ihre Lieben).

Älter werden bedeutet auch zu akzeptieren, dass das Alter mit Einschränkungen verbunden is. Genau hier wird die Bedeutsamkeit des Erzählens sichtbar, weil für gemeinsame Gespräche körperliche Einschränkungen keine Rolle spielen.

 

Das eigene Leben erzählen ... halten Sie es fest.

Das Erzählen der eigenen Geschichte rundet das Leben im Alter auf ganz besondere Weise ab. Vieles liegt im Verborgenen, wir heben in Gesprächen Ihre Schätze - und Schätze birgt jedes Leben! 

Rainer Hirt verfolgt den Ansatz, dass die Erfahrungen der Erzähler, die  ihre Geschichten subjektiv und lebendig erlebt haben, durch die Erzählungen dargestellt und aus der Distanz der Zeit betrachtet werden. Sie werden somit durch innere Reflexion zu einem selbsttherapeutischen Bestandteil des Lebens. In unserem Alltag gehört das Erzählen von Erinnerungen und Begebenheiten immer dazu - mal mehr, mal weniger. Diese Form des Austausches führt zu einer ständigen Prägung und Weiterentwicklung unserer Identität. Das Erzählen von Erlebtem stellt eine Aktualisierung der Lebensgeschichte dar. Die Empfindung darüber ist unterschiedlich stark. Erinnerungsarbeit findet in einem geschützten Rahmen spontan und/oder angeleitet statt. Erinnerungsarbeit ist nicht das bloße Wiedergeben der eigenen Vergangenheit, es geht viel mehr darum, eine Verbindung zwischen dem Vergangenen, dem Heutigen und dem Zukünftigen herzustellen.

Lohmann sagt, dass „Erinnerungsarbeit darin besteht, Ereignisse aus dem Gedächtnis zu rekonstruieren, um dieses Material durch Erklären und Bewerten zu bearbeiten“.

Biografiearbeit hat aber therapeutische Wirkung. Wichtig ist der Hinweis, dass es sich nicht um eine Therapie handelt,